RAYMOND HAINS - Galerie Max Hetzler

Wir freuen uns, Sie auf unsere Ausstellung You know nothing Raymond, eine Hommage an den verstorbenen französischen Künstler Raymond Hains von Jérémy Demester in der Bleibtreustraße 45 aufmerksam zu machen. Eine Einzelausstellung mit neuen Werken von Jérémy Demester eröffnet zeitgleich in der Goethestraße 2/3.

Raymond Hains wurde in den späten 1940ern bekannt durch seine Arbeit mit auf der Straße gefundenen Plakatabrissen und Lattenzäunen. Seit Beginn seiner Karriere wird er eng mit dem Nouveau Réalisme in Verbindung gebracht, dennoch lässt sich sein Werk keiner Bewegung eindeutig zuordnen. Oft spielen seine Arbeiten mit verbalen und visuellen Assoziationen, verweisen auf historische Momente und schauen doch stets in die Zukunft. So erschuf Hains Werke, die ihre Aktualität über Jahrzehnte hinweg nicht verloren haben.

You know nothing Raymond blickt auf das Oeuvre von Raymond Hains aus Sicht des jungen französischen Künstlers Jérémy Demester. Die Ausstellung ist eine Hommage von einem Künstler an einen anderen, ein Gespräch zwischen zwei Künstlern, ein Dialog zwischen Kunstwerken, die ein halbes Jahrhundert umfassen. Demester zollt mit dieser Ausstellung Hains' umfangreichen Schaffen Tribut und traf die Auswahl von Arbeiten eher mit der Sensibilität eines Malers, als mit dem Auge eines Kurators. Der Titel der Ausstellung verweist auf eine bekannte Redewendung, die Sokrates zugerechnet wird. Dessen Geständnis zu wissen, dass er nichts weiß, wurde als hohe Tugend wahrgenommen und spiegelt für Demester Hains' künstlerischen Ansatz wider.

Hains suchte auf der Straße nach zerrissenen Postern, nach der auf bestimmte Weise beschädigten und verzerrten Information. Für ihn existierten die Kunstwerke bereits bevor er kam, bevor jemand von ihnen Notiz nahm. Demester reagiert auf Hains' Herangehensweise indem er sich diesem Prozess annimmt. So schafft er abstrakte Gemälde und verändert anschließend ihre Oberfläche mit einem Hochdruckreiniger, eine Technik, mit der er ein ähnliches, visuelles Ergebnis erzeugt wie Hains' zerrissene Plakate.

Hains' tiefes Interesse die Welt auf abstrahierte oder verzerrte Weise zu betrachten, taucht in dieser Ausstellung immer wieder auf, ob in seinen Plakatabrissen oder den verschwommenen Markenlogos. Eine beliebte Metapher des Künstlers beschreibt ein Kunstwerk als eine sich ständig verändernde Baustelle. Diese Idee wird besonders in seinen Bau- und Lattenzäunen deutlich, die in der Ausstellung durch eine spätere Arbeit – ein Zaun aus Skiern – vertreten sind. Im Laufe seiner Karriere arbeitete Raymond Hains immerzu mit neuen Darstellungsformen und Medien und stimulierte so fortwährend den Blick des Betrachters, seine Erfahrungen, Erinnerungen und Vorstellungen.


Raymond Hains (1926-2005) nahm an wichtigen, internationalen Ausstellungen teil, darunter The Art of Assemblage (MoMA, New York, 1961), Paris-Paris (Centre Pompidou, Paris, 1982), documenta IV (Kassel, 1968), documenta X (Kassel, 1997) und zuletzt Poesie der Großstadt. Die Affichisten (Museum Tinguely, Basel und Schirn Kunsthalle, Frankfurt, 2014-2015) als auch Viva Arte Viva (57. Biennale di Venezia, 2017).

Seine erste umfassende Einzelausstellung fand 1976 im Centre national d'art contemporain in Paris statt. Wichtige Retrospektiven wurden im MACBA (Barcelona, 1999), der Fundación Serralves, Porto (2000), im Centre Pompidou, Paris (2001) und dem Moore College of Art, Philadelphia (2002) gezeigt. Seine Werke sind in renommierten Sammlungen wie u. a. dem Centre Pompidou, Paris; MoMA, New York; Musée d’Art moderne de la Ville de Paris; Fondation Cartier, Paris; Modern Art Museum of Forth Worth; Sprengel Museum, Hannover; Fundación Serralves, Porto; Berardo Museum, Lissabon; MACBA, Barcelona; MuMOK, Wien und dem Des Moines Art Center in Iowa vertreten.


Weitere Ausstellungen, Veranstaltungen und Messebeteiligungen:

Bridget Riley
Measure for Measure. New Disc Paintings
18. Oktober –25. November 2017
57, rue du Temple 75004 Paris

Jérémy Demester
FIRE WALK WITH ME
10. November 2017 – 20. Januar 2018
Eröffnung: 10. November, 18-20 Uhr
Goethestraße 2/3, 10623 Berlin

Christoph Niemann
10. November 2017 – 20. Januar 2018
Eröffnung: 10. November, 18-20 Uhr
Bleibtreustraße 45, 10623 Berlin

Toby Ziegler
Sculpture
2. Dezember 2017 – 20. Januar 2018
Eröffnung: 2. Dezember, 18-21 Uhr
57, rue du Temple 75004 Paris

Art Basel Miami Beach
7. – 10. Dezember 2017


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